Die diesjährige 24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehr Weilbach fand am vorletzten Juniwochenende im Feuerwehrhaus in Weilbach statt. Jugendliche und Betreuer trafen sich am Freitag um 18.00 Uhr, um sich gemeinsam auf die kommenden 24 Stunden vorzubereiten – ein Programm, das nicht nur von theoretischer und praktischer Ausbildung, sondern auch von realitätsnahen „Einsätzen“ geprägt sein sollte. Nach der Herstellung der Einsatzbereitschaft und einer Einweisung für die Jugendlichen ging es zunächst gemütlich mit einem gemeinsamen Abendessen los.
Nachdem bei Pizza, Pasta und Salat die Energiespeicher aufgeladen worden waren, folgte für die Jugendlichen der erste Einsatz: Gemeldet war ein Flächenbrand. Ein Löschangriff nach FwDV 3 wurde aufgebaut, und so war die Lage rasch abgearbeitet. Besonders lehrreich war für die Jugendlichen die Erkenntnis, wie schnell der Tank eines Löschfahrzeugs leer sein kann, wenn keine Wasserversorgung aufgebaut wird.
Im Anschluss wurden die Fahrzeuge wieder aufgerüstet, und man schaute gemeinsam einen Film. Mitten in der Vorführung kam der nächste Einsatz: eine ausgelöste Brandmeldeanlage in Weilbach. Das Besondere an dieser Lage war, dass die Brandmeldeanlage tatsächlich ausgelöst hatte – so entstand eine besonders realitätsnahe Atmosphäre. Die Jugendlichen mussten den ausgelösten Melder mithilfe der Laufkarten ausfindig machen und die Anlage anschließend zurückstellen. Nachdem alle Fahrzeuge wieder in die Wache eingerückt waren, wurde der Film zu Ende geschaut, ehe für die Jugendlichen die Nachtruhe begann.
Am nächsten Morgen wurden die Jugendlichen mit einem Einsatz geweckt: einer Ölspur. Die „Kakaospur“ musste zunächst mit Ölbindemittel abgestreut, danach gemeinsam aufgekehrt und in Schuttmulden gesammelt werden. Zum Einsatz kam dabei auch der Hilfeleistungsanhänger, der mit zusätzlichem Material – beispielsweise Besen – ausgestattet ist. Zurück in der Wache, gab es erst einmal ein reichhaltiges Frühstück für alle.
Im Anschluss stand den Jugendlichen Freizeit zur Verfügung, die sie mit Kartenspielen und Lesen füllten. Lange währte die Ruhe jedoch nicht: Die nächste Alarmierung führte zu einem verrauchten Haus mit einer vermissten Person. Erneut bauten die Jugendlichen einen Löschangriff nach FwDV 3 auf, während sich der Angriffstrupp zeitgleich mit Atemschutzgeräten ausrüstete – eigens für die Jugendfeuerwehr vorgesehene Attrappen. Der Trupp ging mit dem ersten Strahlrohr ins Gebäude vor, um die vermisste Person zu retten.
Da das Haus mithilfe einer Nebelmaschine stark verraucht war, mussten sich die Jugendlichen auf ihre Ausbildung und ihre Ausrüstung – etwa die Wärmebildkamera – verlassen. Die Person, eine Übungspuppe, war rasch gefunden, und der Angriffstrupp konnte sie gemeinsam mit einem weiteren Trupp und mithilfe des Spineboards sicher ins Freie bringen. Anschließend wurden Lüftungsmaßnahmen eingeleitet, um den Disconebel wieder aus dem Gebäude zu befördern. Als das Haus „rauchfrei“ war, durften alle Jugendlichen es noch einmal von innen besichtigen – und stellten dabei fest, wie verwinkelt es tatsächlich war.
Danach wurden die Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht und die Rückfahrt zur Wache angetreten, denn es wurde allmählich Zeit für das Mittagessen. Beim guten Wetter stand von vornherein fest, dass gemeinsam gegrillt würde, und so durften sich auch die Jugendlichen daran beteiligen: Manche bereiteten einen Salat zu, andere halfen den Betreuern am Grill – Spaß hatten alle.
Als Nachtisch machten sich alle gemeinsam auf den Weg nach Eddersheim, um ein Eis zu essen. Die sommerlich warmen Temperaturen luden dazu ein, und so ließ sich das Eis direkt am Main genießen. Zurück in der Wache stand schließlich noch eine kleine Theorieeinheit auf dem Programm: Erste Hilfe. Die Jugendlichen frischten ihre Kenntnisse in Theorie und Praxis auf.
Damit ging die 24-Stunden-Übung langsam ihrem Ende entgegen, und es folgten die Aufräumarbeiten. Feldbetten wurden zusammengelegt, der Boden gekehrt, Tische wieder aufgestellt – und so das Feuerwehrhaus schließlich in den Zustand vor der Übung zurückversetzt. Um 18.00 Uhr endete die 24-Stunden-Übung 2026, und die Jugendlichen konnten – etwas erschöpft, aber glücklich – wieder an ihre Eltern übergeben werden.
Ein großer Dank gilt der Wehrführung aus Weilbach, die bei der Umsetzung tatkräftig unterstützt hat, sowie allen weiteren Helfern und Betreuern, die diese 24-Stunden-Übung zu einem vollen Erfolg gemacht haben. Ein herzlicher Dank gebührt zudem der Stadt Flörsheim am Main für die Bereitstellung eines Übungsobjekts.
Bilder der Übung












